Geistig beweglich bleiben – das ist vielleicht eine der größten Herausforderungen des Älterwerdens. Doch was hat das mit einem leeren Schwimmbecken zu tun?
Stelle Dir ein Schwimmbecken vor. 25 Meter lang und 10 Meter breit. Das Becken ist komplett frei. Du hast es für Dich alleine. So lässt es sich am besten schwimmen und auch am effektivsten Trainieren. Du musst nicht ständig auf andere Personen im Becken achten.
Das ist eine gute Metapher für Deinen Geist. Dein Gehirn. Deine Denkarbeit. Dein Geist wird nicht alt, er wird eher starr. Er wird unbeweglich.
Je älter Du wirst, desto mehr Erfahrungen sammelst Du an. Unaufhörlich sammelst Du Informationen und Eindrücke in Dich auf. Umso älter Du wirst, desto vernarbter wird Dein Geist durch diese Erinnerungen. Er kann nichts mehr neu sehen, da er alles gemäß seiner eigenen Rezeptur und seinen eigenen Schlussfolgerungen betrachtet und demensprechend interpretiert.
Auf unser Schwimmbecken übertragen, ist jede Erfahrung, die Du in Deinem Leben gesammelt hast und in Dein Leben eingefügt, eine weitere Person im Schwimmbecken. Diese Personen repräsentieren z.B. Leid, Sorgen, Nöte, Ängste, Druck, Zwänge, etc.
Je voller das Schwimmbecken wird, desto schlechter wirst Du schwimmen können. Bis Du irgendwann nur noch eingeklemmt auf der Stelle stehst, da zu viele Personen im Becken sind.
Und so ist es auch mit unserem Geist. Irgendwann ist er so voll mit „Personen“, dass er starr und unbeweglich wird.
Kann man diesen Prozess aufhalten?
Ich denke nein. Dazu ist der Mensch nicht fähig.
Kann man diesen Prozess ändern?
Ich denke ja!
_Alleine schon, wenn Du Dir bewusst bist, dass Dein Geist dadurch steif und starr wird, kannst Du immer wieder versuchen, dass, was Du denkst zu wissen, in Frage zu stellen.
_Jede Situation, in der Du Dich im Unrecht fühlst, ist eine Situation zu üben. Du fühlst Dich ja nur im Unrecht, da das Deine Interpretation der Situation ist. Und Du interpretierst durch die Brille Deiner Erfahrungen.
_Hinsetzen und ruhig sein. Sich auf seine Atmung zu konzentrieren. Seine Gedanken nicht denken, sondern nur als Betrachter anschauen. Das ist auch eine Möglichkeit das Schwimmbecken wieder etwas frei zu bekommen.
Zermürbe Deinen Geist nicht. Nutze ihn. Und ja genau: Nutze ihn nicht dadurch, dass Du ihn immer voller und voller machst. Nein! Genau anders herum, gib ihm etwas Leere, um neues denken zu können.
Neues kann immer nur aus dem Nichts entstehen!

