Endlich ist es soweit!

WOW! Endlich!

Nach über 25 Jahren als Trainer darf ich tatsächlich noch erleben, dass eine Erkenntnis, die eigentlich schon ziemlich lange bekannt ist, langsam in der breiten Masse ankommt: Krafttraining ist auch für Jugendliche eine richtig gute Sache!

Wer einmal sehen möchte, wie lange es dauern kann, bis wissenschaftliche Erkenntnisse ihren Weg in unseren Alltag finden, bekommt hier ein wunderbares Beispiel geliefert.

Ich freue mich wirklich darüber!

In immer mehr Fitnessstudios dürfen Jugendliche bereits ab 14 oder 15 Jahren trainieren. Natürlich nur mit Einverständniserklärung der Eltern. Ich sage dazu nur: Herzlich willkommen im 21. Jahrhundert!

 

Jetzt kommt allerdings das große ABER …

Denn ein Problem bleibt bestehen. Und das ist nicht gerade ein kleines: Die Trainingsbetreuung in vielen Fitnessstudios. Jeder, der schon länger in Fitnessstudios unterwegs ist, weiß vermutlich, wovon ich spreche. Geworben wird gerne mit Trainingsplänen, Betreuung und Trainern, die auf der Trainingsfläche unterwegs sind und auf die richtige Ausführung achten.

Doch die Realität sieht manchmal etwas anders aus.

Am Anfang bekommt man eine Führung durchs Studio. Wenn man Glück hat, werden einem noch ein paar Geräte erklärt. Sitz einstellen, Hebel einstellen, hier drücken, dort ziehen… viel Spaß! Und dann heißt es: Möge die Macht mit Dir sein. Ab diesem Zeitpunkt ist man häufig auf sich selbst gestellt.

Und bevor jetzt jemand empört aufschreit: Natürlich gibt es Studios, die das richtig gut machen. Es gibt hervorragende Trainerinnen und Trainer, die sich wirklich um ihre Mitglieder kümmern.

Aber es gibt eben auch die andere Realität. Und zwar sowohl im Discount-Studio als auch im schicken High-End-Tempel mit Designerlampen, Duftkonzept und Handtüchern.

 

Bei Erwachsenen ist das schon problematisch …

… aber jetzt stellen wir uns das Ganze einmal bei einem 14- oder 15-Jährigen vor.

Und hier muss ich natürlich ein wenig pauschalisieren. Ich bin sogar überzeugt davon, dass viele Mädchen damit vernünftiger umgehen werden als manche Jungs. Denn stellen wir uns einmal einen 15-jährigen Jungen vor, bei dem gerade der komplette pubertierende Hormoncocktail durch den Körper rauscht.

  • Testosteron.
  • Kumpels.
  • Selbstüberschätzung.

Und irgendwo im Raum steht eine Hantel! Was soll da schon schiefgehen? Eltern von Teenagerjungs wissen vermutlich ziemlich genau, was ich meine.

 

Genau das habe ich gerade wieder erlebt.

Erst letzten Freitag war ich selbst in einem Fitnessstudio trainieren, in dem Jugendliche bereits ab 14 Jahren Mitglied werden dürfen. Und grundsätzlich feiere ich das total! Während ich auf dem Laufband unterwegs war, hatte ich einen ziemlich guten Blick auf einige Trainingsgeräte. An der Schulterpresse saß ein Junge, der offensichtlich beschlossen hatte, der gesamten Menschheit zu zeigen, was in ihm steckt.

  • Also Gewicht drauf.
  • Noch etwas Gewicht drauf.
  • Und sicherheitshalber vielleicht noch ein bisschen mehr.

Die Bewegung, die anschließend dabei herauskam, hatte mit einer kontrollierten Schulterpresse ungefähr so viel zu tun wie Breakdance mit Physiotherapie.

Man musste kein Trainer sein, um zu erkennen: Das sieht nicht gesund aus.

Das eigentlich Traurige daran: Trainer waren da. Nur kam keiner.

 

Und genau da liegt für mich das Problem. Wann, wenn nicht JETZT?

Diese Jugendlichen stehen ganz am Anfang ihrer Trainingskarriere. Viele von ihnen werden vielleicht die nächsten 20, 30 oder sogar 50 Jahre trainieren. Gibt es einen besseren Zeitpunkt, ihnen die Grundlagen richtig beizubringen?

Ich glaube nicht!

  • Wie führe ich eine Kniebeuge richtig aus?
  • Wie stelle ich ein Gerät ein?
  • Wie wähle ich das richtige Gewicht?
  • Was bedeutet eine kontrollierte Bewegung?
  • Wie wärme ich mich auf?
  • Wie baue ich mein Training sinnvoll auf?
  • Warum muss nicht jeder Satz aussehen, als würde ich gerade um mein Leben kämpfen?
  • Und vor allem: Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch besseres Training.

Wer diese Dinge mit 14 oder 15 richtig lernt, hat davon möglicherweise sein ganzes Leben etwas.

 

Und dann wäre da noch der „Fitness-Knigge“

Denn zum Training gehört für mich noch etwas anderes. Ich nenne es einfach einmal den: Fitness-Knigge für Teenager.

  • Wie verhalte ich mich in einem Fitnessstudio?
  • Wie trainiere ich zwischen Erwachsenen?
  • Wie gehe ich mit Geräten und Gewichten um?
  • Wie hinterlasse ich meinen Trainingsplatz?
  • Wie lange blockiere ich ein Gerät?
  • Und vielleicht eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit:
  • Muss mein Handy eigentlich auch einmal Pause machen?

 

Mein Ziel wäre, dass ein Jugendlicher im Studio so auftritt und trainiert, dass die Erwachsenen nicht denken:

„Oh Gott, jetzt kommen die Teenies …“

Sondern:

„Respekt. Der weiß, was er tut.“

Und wäre genau das nicht auch für die Eltern ein verdammt gutes Gefühl?

Zu wissen: Mein Sohn oder meine Tochter geht ins Fitnessstudio – und weiß, wie man dort sicher, sinnvoll und selbstständig trainiert.

 

Genau deshalb möchte ich Jugendlichen den richtigen Einstieg ermöglichen

Ich finde es großartig, dass Fitnessstudios ihre Türen zunehmend auch für 14- und 15-Jährige öffnen. Aber die Mitgliedschaft allein reicht nicht.

Jugendliche brauchen am Anfang keine 47 Spezialübungen und keinen Trainingsplan eines Fitness-Influencers.

  • Sie brauchen Grundlagen.
  • Sie brauchen Sicherheit.
  • Sie brauchen jemanden, der ihnen erklärt, warum sie etwas tun.
  • Und sie brauchen ein paar klare Regeln, damit sie anschließend selbstständig trainieren können.

 

Mein Ziel ist, ihnen in wenigen persönlichen Trainingseinheiten die Grundlagen so gut beizubringen, dass sie anschließend verstehen, was sie tun und selbstständig, sicher und mit Spaß trainieren können.

Denn wer mit 14 oder 15 richtig anfängt, hat etwas unglaublich Wertvolles vor sich: ein ganzes Leben voller Training.

Und dafür lohnt es sich, die ersten Schritte richtig zu machen.

Ich freue mich auf jedes Gespräch mit Jugendlichen und ihren Eltern.

Mehr Informationen zum Training für Jugendliche findet Ihr in den Blogbeiträgen weiter unten.

 

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