Welche Strapazen, Ängste, Sorgen, Schmerzen, Depressionen und vieles mehr nehmen wir auf uns, bevor wir eine Situation ändern?

Stellen wir uns doch mal einen Job vor, der einen total fertig macht. Alles leidet darunter. Die Familie, die eigene Gesundheit, das Umfeld und so weiter.

Wie viele von solchen Beispielen kennst Du? Wie lange geht diese Situation schon? Jahre?

 

Stellen wir uns eine Beziehung vor, die total zerrissen ist. Auch hier leidet alles und jeder darunter.

Wie viele von solchen Beispielen kennst Du? Wie lange geht diese Beziehung schon so? Jahre?

 

Stellen wir uns eine Krankheit vor, eine schlechter Freundeskreis, einen stark gesundheitsschädigenden Lebensstil und so weiter und so weiter.

Nennen wir es eine „Beziehung mit einer schlechten Situation“.

 

Nochmal.
Welche Strapazen, Ängste, Sorgen, Schmerzen, Depressionen und vieles mehr nehmen wir auf uns, bevor wir eine Situation ändern?

 

Leiden wir gerne?

Ist es nicht interessant, dass wir Menschen dazu neigen, eine Situation, durch die wir körperlich, mental und auch emotional leiden (und das manchmal sehr stark), trotzdem nicht ändern?!

Was hält uns nur fest – alles so zu belassen und weiter zu leiden?
Was hält uns auf – diesen Beziehungsstatus zu ändern?

Haben wir Angst davor, dass die Änderung der Situation alles nur noch schlimmer machen könnte?

 

Ist das Unsicherheit?

Schieben wir alle nicht gerne ein Ich bin mir nicht sicher, ob… vor eine Änderung der Situation?

Bestimmt. Aber glaubst Du, die nächste Minute, die nächste Stunde oder der nächste Tag in Deiner aktuellen Situation ist sicher? Und wenn sie das wären, ist vor allem eines sicher: Weiterer Schmerz, Leid, Angst, Sorgen Strapazen, etc.

 

Die dunkle Seite?

Ups, vielleicht ist es ja gerade dieses Leiden, diese Opfersituation, die Du denkst zu brauchen. So etwas wie die dunkle Seite der Macht. Etwas, was Dich magisch an diesem Ort des Leidens hält. Etwas das Du besitzt, etwas was Dir gehört, etwas was Du nicht hergeben willst. Etwas, das so tief in Dich eingefressen hat, dass Du es gar nicht mehr loswerden kannst. Etwas, das Du unterbewusst mit Dir selbst identifizierst?

Ist es das? Brauchst Du das?

Bitte, bevor Du die obige Frage verneinst, denke genau nach. Lass Dich auf diese Frage ein und frage weiter.
Zum Beispiel: Kennst Du Dich denn anders? Gesund, fröhlich, ausgeglichen, aktiv und energievoll. Ist so ein Verhalten noch ein Teil von Dir? Kannst Du Dich so  vorstellen? Wie weit ist es weg?

Und je weiter es weg ist, desto wichtiger ist es sich auf die Reise dorthin zu machen. Dazu muss man meist den Ort verlassen, an dem man gerade ist.

Ich würde es nicht auf die Unsicherheit schieben. Unsicherheit existiert fast immer. Unsicherheit kannst Du durch das Ändern einer Situation nicht auflösen.

 

Ist es also doch Angst?

Wenn Du ganz tief in Dich hineinhörst. Hast Du da nicht eher Angst, dass zu verlieren was Du besitzt?
Obwohl das was Du besitzt, Dich leiden lässt?
Hast Du nicht eher Angst die jetzige Situation loszulassen, weil Du durch das Loslassen das verlieren könntest, was Du im Moment besitzt?
Obwohl es Leid, Schmerz, Krankheit, Depressionen, etc. sind.

Du brauchst keine Angst vor der „Angst vor Auflösung“ einer solchen Beziehung haben. Denn die „Angst vor Auflösung“ einer Beziehung wird durch die Auflösung der Beziehung verschwinden.

 

Angst vor dem Loslassen?

Du hängst an der Sache, die Du loslassen solltest, obwohl die Sache, die Du loslassen solltest, an Dir hängt. Sieh zieht an Dir und bremst Dich.

 

 – Robin Müller-Schober –

 

Und trotzdem ist es schwer loszulassen. Warum?

Du hängst an ihr, da sie ein großer Teil davon ist, was Du bis jetzt aufgebaut hast. Wo Du viel Zeit und Energie hineininvestiert hast. Das, was Du mit viel Mühe zu Dir selbst gemacht hast. Das, mit dem Du Dich identifizierst.

Doch sie zieht an Dir und bremst Dich neu zu beginnen, anders weiterzumachen, neue Horizonte zu öffnen, Deine Zukunft neu zu gestalten, Deine Gesundheit und gute Familienverhältnisse wiederaufzubauen.
Loslassen bedeutet dazugewinnen, nicht verlieren.

 

Angst vor dem Tod?

Es gibt Leute, die haben Angst vor dem Tod und es gibt Leute, die haben keine Angst vor dem Tod. Wenn Du zu denen gehörst, die Angst vor dem Tod haben, weil Du denkst dann alles zu verlieren was Du besitzt, überlege mal folgendes.
Wenn Du alles, wirklich alles mit dem Tod verlierst, wirst Du auch die Angst vor dem Tod verlieren!

Das sollen keine ermutigenden Worte zum Selbstmord sein, das soll nur in stoisch angehauchter Manier vorschlagen, dass wenn Du in einer schwierigen Situation steckst, keine Angst vor dem Auflösen und Loslassen haben solltest. Diese Angst löst sich mit dem Ändern der Situation nämlich selbst auf.

 

 

Artikelbild von: https://pixabay.com/de/users/fotorech-5554393/

 

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